sAn & cArlchen

are you a BOY or a GIRL? NO!

bedingungsloses grundeinkommen …

gibt es – ja – in Otjivero, einem kleinen Dorf (1.200 Ew_innen) in Namibia.

100 Namibische Dollar für jede_n unter 60 Jahre, bedingungslos!

Entgegen der etwas reisserischen Überschrift in der heutigen taz-ausgabe fällt das Geld für dieses Projekt (BIG) nicht vom Himmel, sondern bis jetzt werden die Kosten bis Ende 2009 durch Spenden eines zivilpolitischen Aktionsbündnis (ELCRN, Kirchenrat Namibias, NANGOF, NANASO, NUNW, LAC, LaRRI) getragen. Danach soll dieses Projekt durch den nachweislich nachhaltigen Erfolg bzgl. der administrative Durchführbarkeit, der armutsmindernden Wirkungen und zur Ankurbelung der lokalen Wirtschaft von der Regierung erstens übernommen und zweitens ausgebaut werden.

„Das Grundeinkommen soll den Menschen einen Ausweg aus der Armut ermöglichen und ihre wirtschaftliche Eigeninitiative unterstützen. Ein Großteil der Namibier_innen leben unterhalb der Armutsgrenze; nirgendwo anders auf der Welt ist das Einkommensgefälle größer als in Namibia, und damit die Kluft zwischen reich und arm (…)“ (VEM)

Da das Projekt bereits seit Januar 2008 läuft, gibt es auch schon erste Berichte … und es übertrifft die Erwartungen.

„The first is that a BIG will lead to dependency and idleness; the suggestion being that with a little guaranteed income people will not work. On this, the earlier evidence showing that since the BIG was introduced there has been a strong increase in economic activities.“ (aus dem Zwischenbericht zum BIG-Projekt)

Ich jedenfalls bin begeistert, zugegebener Maßen auch in Hinblick auf die Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen hier in der Bundesrepublik, aber auch bzw. eben weil ich NICHT davon überzeugt bin, dass der Mensch faul sei und sich mit solch einer grundlegenden Existenzabsicherung nur noch den Bauch schaukeln und sich berauschend in Ecken lümmeln würde, wie viele Kritiker_innen permanent mäkeln (wo die wohl diese Annahme her haben – eigene Erfahrung?).

Nein – solch ein bedingungsloses Grundeinkommen hat vorallem Vorteile für die, deren individuelle Handlungsoptionen aufgrund sozialer & ökonomischer Schieflagen und Abhängigkeiten stark eingeschränkt sind – sie können sich damit nämlich endlich auch eine Stimme und ein NEIN leisten!

“ (…) one can see that a BIG can give people an improved capacity to say “No!” to situations that they find unacceptable. If a person’s bargaining position is improved, proper procedures can be developed so that decent wages and working conditions apply.“ (aus dem Zwischenbericht zum BIG-Projekt)

Details und weiterführende Infos zum Projekt findet ihr bei meinen Quellen: Webseite des BIG-Projekt, brandeins 06/2008, VEM, MarkusLobisBlog, taz, Wikipediaeintrag zum Projekt BIG.

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Oktober 31, 2008 Posted by | projekte | , , | 1 Kommentar