sAn & cArlchen

are you a BOY or a GIRL? NO!

Die Premiere war …

sAn & die heide ruft Ich war ja noch nie bei einer Filmpremiere – meistens kommt ja mensch net rein, es sei denn mensch kennt da wen. Ja und diesmal hatte ich quasi das Privileg „wen“ zukennen … und war dabei.

Aber zugegebenermaßen, gab es diese Premierengetue bei dieser Uraufführung zum Glück nicht und jede_r, welche_r wollte, kam rein. Und das taten sie auch zahlreich. Der Kinosaal war vollgestopft und am Rand und Eingangsbereich des Saals gabe leichte Verstopfungserscheinungen.

Zur Premiere selbst gibt es selbst redend nur löbliches zu sagen – wunderbare Lokalität, mitten in der Mitte ! professionell UND menschlich wie ich es von euch gewohnt bin ! barrierearm von den Füßen, übers Web & Untertiteln bis zum Geldbeutel !

Und zum Film selbst – ja ich war beeindruckt … wegen dreierlei Dinge.

„Wenn jemand abweicht von der Norm, in erheblichem Maße, dann wird er von der Gruppe als behindert betrachtet.“

Erstens, er zeigt immer wieder auch den Konstruktionscharakter von sogenannter Beeinträchtigung.

Zweitens, der Film hat mich berührt und ich habe mich angesprochen gefühlt, das ist mir wichtig.

Klar sind Menschen mit sogenannter Beeinträchtigung auch Menschen. Und trotzdem sie sind anders, so anders das ich gern mal Angst vor Ihnen hab. Doch während des Films sind mir diese Ängste glatt abhanden gekommen. Die Grenze zwischen mir und „Denen“ sind ziemlich schnell verschwommen.

Zum Thema Sexarbeit … das was ich im Film erfahren habe, machte einen runden und angenehmen Eindruck. Sowohl Hardy, Jürgen und Stephan, als auch die Sexualbegleiter*innen Nina de Vries und Vimala M. Brunsmüller gingen sehr offen und freundlich mit Sexualität um. Die Worte kamen mir von sachlich bis zärtlich. Eine zärtliche Sachlichkeit, die ich mir manchmal auch von meinem „normalen“ Mitmenschen wünschen würde. „Normale“ Sexualität wird zudem oft so verdammt zentral in Beziehungen zwischen Menschen dargestellt – die Begegnung dabei, die Vielschichtigkeit von Begegnung verliert sich schnell. Der Film erinnerte mich an genau diesen Wunsch, mit Sexualität sich zu bewegen, sich und andere zu erfahren und zu wachsen.

Wunderbar auch die verschiedene, ganz individuellen Perspektiven zu erfahren, was Sexualität für die jeweilig Beteiligten bedeutet. Sehr süß zum Beispiel Jürgens Schwanken zwischen seinem grundsätzlichen Bedürfnis nach Sexualität und dem Bedürfnis dieses doch am liebsten mit seiner Freundin zu teilen. Und Hardy, der uns einen ganz kurzen Einblick gewährt hat und sehr souverän mit meinem „verschämten“ Blick umgegangen ist.

Ach und drittens der Versuch thematische Leerstellen des Films aus Genderperspektive (wohl aus Zeitgründen) wenigstens zu benennen, wie beispielsweise die noch rareren Möglicheiten der Sexualbegleitung für Frauen und das andere Sexualitätskonzepte existent und möglich sind.

Sehr interessant auch die Vielschichtigkeit der Thematik zu erfahren und gleichsam entstand eine eigentümlich Verbundenheit zwischen mir und den Darsteller*innen, so dass der Film für mich nicht einfach nur ein Film ÜBER Menschen mit Beeinträchtigung und „deren“ Sexualität war.

Schön auch die Darsteller bei der Premiere treffen zu können, auch wenn ich die Möglichkeit nicht genutzt habe, obwohl mich ja noch interessiert hätte, wie der Film Hardy, Jürgen und Stephan gefallen hat.

Ob jedoch Sexualität „ein Grundbedürfnis wie Essen & Trinken“ ist, bleibt für mich fraglich.

Insgesamt … ihr wart toll!

Und für alle die, die den Film noch nicht oder nochmal sehen wollen => einfach kostenfrei downloaden (zum abspielen des ogg-Formats bietet sich der freie VLC-Media-Player an)

Und eure Meinung könnt ihr auf einer eigens dafür angelegten Seite im disgenderbility-blog abgeben – die Macher*innen freuen sich.

Februar 28, 2008 Posted by | projekte | , , , , , , , , | 1 Kommentar

noch 16 tage …

… hmmm – bis weihnachten. Ja genau – dafür ist ein adventskalender schließlich da – uns daran zu erinnern, wie lange es noch bis weihnachten dauert. Zwischen durch immer wieder n bissl langweilig bis frustrierend … dazu heute ein video:

Die Geister die ich rief.

Eine Arbeit von:
Karl Badde
Claudia Neuhaus
Madlen Szabó

… ist halt nicht immer einfach geistreich und hilfreich zu sein. Aber kann ja jeder_jedem mal passieren.

Und wo wir gerade bei hilfreich sind, hier noch was gegen die reine konsumhaltung – ein gedankenanstoß. Ihr könnt wie immer sitzen bleiben, dürft drüber nachdenken, klicken, unterschreiben, vielleicht sogar weitererzählen und anders erzählen. Es geht um den begriff

„geistige Behinderung“

Ich und andere finden den begriff „geistig behindert“ abwertend und immer mehr Menschen lehnen diesen Begriff ab.

Die menschen von Mensch zuerst wollen nicht „geistig Behinderte“ genannt werden. Sie wollen den Begriff „geistig behindert“ abschaffen.

Sie finden den Begriff „Menschen mit Lernschwierigkeiten“ besser.

Ich finde, das ist doch schon mal ein weg in die richtige richtung — also hier deine möglichkeit dir nachdenknahrung zu besorgen & den Begriff ‚Menschen mit Lernschwierigkeiten‘ mit deinem namen zu unterstützen. Weitere infos zu diesem thema findet ihr bei Disability Studies – Behinderung neu denken.

gefunden bei: disgenderbility.de – ein projekt im rahmen einer diplomarbeit, das sich mit dem zusammenhang von geschlecht & lernschwierigkeiten auseinandersetzt.

Dezember 7, 2007 Posted by | mitmachen, projekte, video | , , , , , , | 1 Kommentar