sAn & cArlchen

are you a BOY or a GIRL? NO!

Von Macht, Ohnmacht … und der Liebe

jen auf sAn

Jen & sAn

Heute geht’s mal nicht um mich —- sondern um Jen und ihre Bachelorarbeit. Da gab es so einige Höhen, Tiefen und Fallstricke im Prozess der Entstehung dieser Arbeit. Die ich live miterleben durfte …. und der Höhepunkt dieses Prozesses scheint nun mit der (zwangsweisen und doch euphorischen) Veröffentlichung ihrer Bachelorarbeit:  Die (Ohn-)Macht der Übersetzung. Post-koloniales Bewusstsein in der Übersetzungsarbeit. hier auf meinem Blog erreicht zu sein scheint.

Dazu im folgenden ein kleines einführendes Interview mit Jen, um euch den Kontext dieses Beitrags etwas näher zu bringen. Los geht’s:

Wer bist du?
Mein Name ist Jen.  — Ich lebe, lerne und liebe in Berlin und befinde mich in einer dieser identitären (Dauer-)Krisen, die du, sAn, als die typische 23-Jährigen-Krise bezeichnest. Ich nenne sie lieber ‚Leben‘. Krise ist dann doch der falsche Begriff, denn es geht, glaub ich, vielen Menschen immer wieder so, die sich ver-rücken und verunsichern lassen können und wollen.
Ich habe in den letzten Jahren vor allem in Berlin eine Menge gelernt, was über meinen privilegierten Blick auf Welt als weißes1 bürgerliches (Groß-)Stadtkind aus Köln hinausgeht. Mittlerweile bin ich 23 Jahre alt und habe andere Ideen zu gesellschaftlichen Transformationen, als meine links-intellektuell-künstlerisch-feministischen Eltern (ohne meine Anerkennung für deren Kämpfe und Errungenschaften zu verleugnen, ohne die ich nicht da wäre, wo ich nun sein kann).
Der Versuch, mit mir und Gesellschaft nicht nur kritisch, sondern produktiv umzugehen gelingt mir manchmal mehr oder weniger. Ich bringe mich an verschiedenen Stellen aktiv ein und bemerke dabei immer wieder die Eingeschränktheit meines privilegierten Horizontes und die vielen „Hausaufgaben“ (ein Bild von Grada Kilomba), die ich noch zu tun habe.

Worum geht’s dir in deiner Arbeit?
Der Text, also meine Bachelorarbeit, ist ein solcher Versuch des produktiven Umgangs. Es geht um Übersetzungen von post-kolonialen Realitäten und Texten in den deutschen Kontext. Als weiße Lernende schaue ich mir die weißen symbolischen und literarischen Übersetzungen ins weiß-dominierte Deutschland an. Dabei beziehe ich mich vor allem auf Schwarze1 Wissensarchive und Wissensarchive of Color1 und versuche deren Erkenntnisse auf deutschsprachige Übersetzungen anzuwenden. Inwieweit mir das gelungen ist, was für Leerstellen und Verstecke in meiner Arbeit bestehen, erarbeite ich weiter. Die Arbeit ist und bleibt (m)ein Anfang.

Warum schreibst du zu Übersetzung?
Auf diese Frage gehe ich in der Einleitung ausführlicher ein, dennoch hier in Kurzform:
Basierend auf meinem Interesse an der Bedeutung von Sprache und Sprachen habe ich schon länger die Idee Übersetzerin zu werden. (Ich war sogar mal in Köln dafür eingeschrieben und bin jetzt über den Berliner ‚Umweg‘ sehr froh.) Der Plural meint hier nicht nur verschiedene Sprachen wie Deutsch, Indonesisch oder Englisch, sondern auch die unterschiedliche Verwendung von Sprache und die Möglichkeiten sprachlicher und damit gesellschaftlicher Transformation.
Beim Lesen von Übersetzungen post-kolonialer und feministischer Texte und dann erstmals praktisch beim eigenen Übersetzen eines Textes von Karen Barad 2 habe ich gemerkt, wie wesentlich (macht-)politisches Bewusstsein, die Auseinandersetzung mit (Sprech-)Positionen und die Bedeutung spezifischer Wissensarchive für die Übersetzungsarbeit sind.
In der Beschäftigung mit post-kolonialer Theorie und meiner weißen Position im rassistischen System hat sich mir folglich die Frage gestellt, was Übersetzen als politische Handlung in, für und gegen bestehende Machtverhältnisse bedeutet. Hinzu kommt die Kritik an der gern genutzten Metapher der Regionalwissenschaften als kulturelle/symbolische Übersetzung und die darin eingeschriebene Neutralität von dominanten Positionen und Universalität von deren machtvollen Perspektiven.
Erst nach Abschluss der Arbeit bin ich auf folgendes Zitat von Gayatri Chakravorty Spivak gestoßen, das mich in meinem Interesse an übersetzerischer Arbeit konfrontiert hat:

„Einer der Wege, die Begrenzungen der eigenen Identität zu umgehen während man erklärende Prosa produziert, ist, am Eigentum von jemand anders zu arbeiten, weil man mit einer Sprache arbeitet, die vielen anderen gehört. Dies ist letztendlich eine der Verführungen der Übersetzung. Es ist eine einfache Nachahmung der Verantwortung gegenüber der Spur des Anderen im Selbst.“ 3

In welchem Kontext hast du geschrieben?
Der Text ist als Abschlussarbeit meines Bachelor-Studiums am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der HU Berlin entstanden.
Zum Glück hatte ich mich für das Beifach Gender Studies entschieden, es hat mir geholfen kritischer auf die Welt, mich selbst und mein Studium zu schauen. Wobei das zwar ein Startpunkt, aber nicht der entscheidende Faktor für eine Auseinandersetzung mit Rassismuskritik und Post-Kolonialismus war.
Im Semester des Schreibens (SoSe 2009) besuchte ich Dr. Kilombas Seminar zu post-kolonialer Theorie und Frantz Fanons Werk „Black Skin, White Masks“ (tolle Neuübersetzung ins Englische durch Richard Philcox, 2008). Das Seminar hat mich – ebenso wie Grada Kilomba selbst – im Schreiben der Arbeit motiviert und unterstützt.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei meiner Betreuerin Dr. Grada Kilomba und meinen Freund_innen Janina, Asoka, dir – sAn, und allen weiteren Begleiter_innen bedanken. Ohne euch würde es mich, wie ich jetzt grade bin, und diese Arbeit nicht geben.

Wie siehst du deine Abschlussarbeit im Rückblick, sie ist nun fast ein halbes Jahr alt?
Es hat sich einiges getan in mir. Ich bin nicht zufrieden mit dem Text und habe ihn auch nicht publizieren wollen. Ganz grundlegende Dinge fehlen, wie Begriffsklärungen zu vielfach theoretisch diskutierten Konzepten (zB Macht, Gewalt), anderen habe ich zu viel Raum gegeben, weil sie zu dem Zeitpunkt für mich – aber eben vielleicht nicht für die Arbeit – besonders wichtig waren.
Der Text ist aber bisher nicht überarbeitet. Wenn ihr also Kritik habt, Fehler entdeckt, Unklarheiten seht, bitte kommuniziert das an mich zurück.

Warum publizierst du sie dann hier?
Weil ich unter akademischem Druck stehe. Nicht dem Druck publizieren zu müssen, um in dieser wahnsinnig hierarchischen universitären Struktur zu bestehen – vor dieser Ausbeutungs-problematik stehen viel zu viele – , sondern weil ich befürchte, dass der Text eventuell anderweitig genutzt wird und ich danach ohne meine Zustimmung mich selbst zitieren muss, wenn ich in Zukunft daran weiterarbeite – was ich vorhabe. Also veröffentliche ich hier, damit ich selbst weiter an diesem Projekt arbeiten und den bestehenden Text frei nutzen kann.
Diese Problematik spielt sich ähnlich öfters im universitären Rahmen ab, der spezifische Kontext ist jedoch besonders machtpolitisch aufgeladen. Es geht um weiße Dominanz in der akademischen Beschäftigung mit post-kolonialer Theorie und Kritischem Weißsein (Lehre, Publikationen, Reputation), die sich Schwarzes Wissen und Wissen of Color aneignet, auf dem sie ihre Wissensproduktion ja überhaupt aufbaut und davon maßgeblich profitiert. Ich empfinde das als ganz zentralen Punkt der Selbstreflektion und Aufmerksamkeit, wenn ich als Weiße mich in diesem Feld (besonders in diesem, in anderen gilt das selbstverständlich auch) bewege.

Warum hast du dich gerade für eine CC-Lizenz entschieden?
In der angedeuteten Situation musste es schnell und unkompliziert gehen. Freund_innen, die sich schon länger auch im digitalen Kontext mit Zugang zu Wissen befassen, haben mich dann auf diese Lizensform aufmerksam gemacht. CreativeCommons.org ermöglicht es, wirklich flott und einfach, ohne Verlage und ohne kommerziellen Druck, Wissen und andere Inhalte zu publizieren. Und das finde ich politisch einen guten Weg: (möglichst) frei zugängliches Wissen als ein Beitrag zu einer hierarchieärmeren Welt.
So wird das Konzept zumindest in mir bekannten Kontexten des web2.0 verwendet und ausgelegt. Die Lizenz, die ich für die Arbeit nutze, beinhaltet imgrunde jene Nutzungsbedingungen, die idealerweise im wissenschaftlichen Arbeiten angewendet werden: die Namensnennung der Urheber_in, das Verbot der Nutzung zu kommerziellen Zwecken und die Weitergabe/Weiternutzung unter denselben Bedingungen.
So bleiben die Inhalte öffentlich zugänglich und können zurückverfolgt, nicht angeeignet und/oder verkauft werden. Inwieweit das bei meiner kleinen BA-Arbeit wirklich nötig ist, ist eine andere Frage, aber ich mag das Prinzip und möchte nicht, dass die Arbeit kommerziell genutzt wird. Die Rückverfolgung an diese Stelle bedingt auch, dass Leser_innen den Kontext des Textes anschauen können, was mir besonders wichtig ist, da sie ja nur ein Anfang ist und ich weiter daran arbeiten will.

Ein Anfang von was?
Na, wie gesagt, die Arbeit war (m)ein Einstieg in kritische Auseinandersetzungen mit Machtverhältnissen – Rassismus, Sexismus und Heteronormativität in der Übersetzungsarbeit.  ‚Einstieg‘ heißt, dass ich damit grade erst angefangen habe und sicher ganz viel noch nicht sehen kann. Bestimmte Probleme werden sicher auch erst in der praktischen Umsetzung präsent.
Ich versuche in meinem weiteren Studium der Gender Studies und dann hoffentlich irgendwann auch als Übersetzerin weiter mit den (macht-)politischen Bedeutungen von Textproduktionen umzugehen. Und damit hoffentlich zu einer Transformation von und durch Übersetzungsarbeit beitragen.

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Fußnoten
1 Die Bezeichnungen Schwarz, of Color, weiß oder andere Benennungen sozialer Ungleichheitskategorien bezeichnen keine essentialistischen Attribute oder Gruppen, sondern sozial hergestellte Gewordenheiten. Mehr dazu in Eggers/Piesche/Kilomba/Arndt: Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland (2005) oder in meiner Bachelorarbeit, S.7.

2 Barad, Karen (1996): Meeting the universe halfway, Realism and social constructivism without contradiction. In: Lynn Hankinson Nelson & Jack Nelson (eds). Feminism, Science and the Philosophy of Science. Dordrecht, Boston, London, S.161-194.

3 Gayatri Ch. Spivak (1992): „The Politics of Translation“. In: Barrett, Michèle/Phillips, Anne (Hg.), Destabilizing Theory. Contemporary Feminist Debates. Stanford. S.177–200. S. 177. Zitiert in: Gutiérrez Rodríguez, Encarnación (2006): Positionalität übersetzen. Über postkoloniale Verschränkungen und transversales Verstehen. Übersetzung ins Deutsche von Hito Steyerl.

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Download: Jennifer Sophia Theodor: Die (Ohn-)Macht der Übersetzung. Post-koloniales Bewusstsein in der Übersetzungsarbeit. Berlin, 2009.

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ps: liebe lola, auch nochmal einen herzlichen dank an dich für die schnelle und kompetente beratung zu rechts- & lizenzfragen meiner ba-arbeit!!!

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November 27, 2009 Posted by | feminismus, gender studies, kritik, wissenschaft | , , , , , , , , , , , , , , | 13 Kommentare

unbehagen

schau ich heute morgen gemütlich mal wieder auf meinen blog und dann das ….

weblogstats

meine weblogstatistik

ja, kurz hab ich überlegt, was das soll und ob ich mir jetzt sorgen machen sollte. abgelehnt! doch eigenartig und schräg ist es schon.

nun gut. es bleibt in dieser eigenartigkeit im rahmen meiner momentanen erlebnisse.

grad waren wir den etwas neurotischen (selbstbeschreibung) wg-mitbewohner losgeworden, ohne größeren zwischenmenschlichen und materiellen schaden. schon sitz das nächste faule ei im nest – ein (mehr oder weniger professioneller) betrüger *augenverleiher … aber auch den sind wir mit mittelschwerem schaden wieder losgeworden.

beim gestrigen gender is happening des Gunda-Werner-Institut (Böll Stiftung), sind mir nach langer zeit wieder ein paar bekannte und liebe gesichter begegnet, was mich sehr gefreut hat, aber was mir wieder für geschichten erzählt wurden und was ich teilweise selbst beobachtet habe *kopfschüttel* … oh nein! wieder wanke ich zwischen ernüchterung, enttäuschung und wut. gender – reflexion – kritik hin oder her, da gibt’s noch viel zu tun und ich hoffe, dass (wieder?) mehr und genauer hingeschaut und hin gehört wird und auch vor der eigenen tür gekehrt wird.

aber es bleibt die frage – bin ICH zu naiv, zu idealistisch, zu pedantisch, zu still … naja und zu proll?

und es bleibt auch – noch bin ich dabei!

nachtrag: jetzt droht der alte mitbewohner uns wegen des betrüger – soll ich lachen oder weinen? bitte entschuldigt, aber: dieses männliche gemacker geht mir langsam wirklich auf die nerven!

Juli 8, 2009 Posted by | berlin, gender studies, sch(m)erzhaft | | Hinterlasse einen Kommentar

Keine Angst vor SCHWARZ – via: Der Schwarze Blog … leider ließ sich der comic nicht direkt einbinden.

… und nochmal ein kurzer hinweis auf die letzte sonderausgabe der HUch! zum Thema Rassismus (download als pdf) … lesenswert!

März 16, 2009 Posted by | berlin, gender studies, kritik, video | , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

jetzt is sie weg …

Wo? ....da - in Kairo.

Wo? ....da - in Kairo.

joar … und üsch bin allein – mit cArlita & meinen 3 Hausarbeiten zu Roboter_innen, zu Haraway & Disability Studies und zu Karen Barad & Embodiment. *schnauf

Dafür hab ich jetzt wieder ein bisschen mehr Zeit hier was zu den neusten Neurigkeiten meiner Welt zu berichten. Apropos – für meinen Arbeit am Genderwiki, wozu u.a. der Artikel zur Transdisziplinarität, aber auch einer zu Donna Haraway (us-amerikanische, feministische Wissenschafts- und Gesellschaftstheoretikerin) und zu i.d.a. (Dachverband deutschsprachiger Frauen/Lesbenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen) gehören, hab ich ne glatte 1.0 bekommen. *breitgrins

… bis dahin.

März 14, 2009 Posted by | berlin, gender studies, tagesform | , | Hinterlasse einen Kommentar

Transdisziplinarität

altes gender@wiki-logo

...

Unglaublich aber wahr – ich hab’s trotz anhaltender Undisziplin geschafft den Artikel „Transdisziplinarität“ im Genderwiki endlich fertigzustellen. Nicht das Undisziplin was per se schlechtes wäre, wie Hark schon sagte: „Die Undisziplinierten tendieren zu unmäßigem Verhalten , überschritten gesetzte Grenzen und stellten soziale Regeln in Frage.“ (Hark: Dissidente Partizipation, 341) – muß auch mal sein =)

So und nun möchte ich alle Leser_innen dieses Blogs einladen, den Artikel mal zu lesen und Lob, Kritik, Anmerkungen, Verständnisprobleme oder ähnliches hier, per mail oder direkt ins Genderwiki einzuarbeiten.

Ich würde mich wirklich sehr freuen, auch und gerade von (sogenannten) Nicht-Expert_innen zwecks Verständlichkeit.

Desweiteren danke ich meinen Kommoliton_innen (Jen, Danilo, Katrin) für ihre Unterstützung.

btw. der Link zur Hilfe des Genderwiki funktioniert wieder ordnungsgemäß und ist navigierbar

Februar 27, 2009 Posted by | feminismus, gender studies, mitmachen, projekte | , | 2 Kommentare

Referat – Humanoide Roboter_innen

Heute möchte ich noch schnell mein letztes Referat „Haben Roboter_innen ein Geschlecht? – Entwicklungen auf dem Gebiet der Humanoiden Roboter“ vorgestellt, welches ich im Rahmen des Seminars „Theorien über Technik und Gesellschaft: RoboterInnen? Vom Industrieroboter zu sozialen Maschinen.“ an der TU Berlin gehalten habe.

(btw. es läuft im moment echt gut mit referaten – ich bin erstaunt – kann mensch wohl doch lernen)

Worum ging’s? … aufzuzeigen wie:

  • der momentane Stand der Forschung bzgl. Humanoider Roboter_innen aussieht bzw. mit welchen Problemen gekämpft wird und wie diese besprochen werden.
  • Roboter_innen ein Geschlecht haben, obwohl sie kein Geschlecht haben.
  • sich Geschlecht in technologischen Artefakten, hier Humanoiden Roboter_innen, artikuliert – dieser Punkt wurde von mir allerdings nur eher „oberflächlich“ bis polemisch angeschnitten, um zu verdeutlichen, wie präsent Geschlecht auch in den technologisierten Bereichen der Gesellschaft/Wissenschaft ist.
  • die Differenz zwischen Mensch & Maschine/Roboter_in durch die Ausweitung menschlicher Eigenarten auf künstlich geschaffene Entitäten geringer wird und so den konstruktiven Charakter sowohl der „natürlichen“ Eigenarten des Artefakts, als auch der des Meschen sichtbar machen kann.

(im Anschluß an Haraway & Preciado)

  • Roboter_innen Cyborgs darstellen, nämlich Verkopplungen (von Konzepten) von Mensch & Maschine.
  • die wissenschaftliche Praxis des wechselseitigen Transfers zwischen menschlichem Körper & Maschine: „manchmal benutzt der Körper das Werkzeug als Teil seiner Organstruktur (Prothese), manchmal integriert die Maschine den Körper als Teil seines Mechanismus.“ (KSM,Preciado)

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btw. zur Vergeschlechtlichung technologischer Artefakte habe ich ebenfals auf slideshare einen wunderbaren Überblick in Form einer Präsentation von Corinna Bath gefunden: http://www.slideshare.net/jakob/corinna-bath-lecture-im-rahmen-von-egender

Februar 3, 2009 Posted by | berlin, gender studies, informatik, Vortrag/Präsentation | , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Agential Realism – die dritte

Jupp – aller guten Dinge sind drei …

Gestern ist mir aufgefallen, dass es wohl einige Menschen geben dürfte die mit Agential Realism inhaltlich wenig anfangenkönnen. Hier also nochmal ein kurze Zusammenfassung für all jene, die noch nie oder wenig gehört haben über Karen Barad und ihrem Konzept des Agential Realism.

Über die Professorin Karen Barad kann ich nicht allzuviel sagen. Sie ist Theoretische Physiker_in, Philosophin und arbeitet in den Science Studies/ Femistische Studien an der  University of California, Santa Cruz, USA.

Das Konzept des Agential Realism hat mehrere Bedeutungsebenen, die sich gegenseitig bedingen – er bietet einen methodischer Rahmen, einen erkenntniskritischen & naturwissenschaftlichen Zugang zu und Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnisobjekten und Realität.

In ihrem Text („Meeting the universe halfway, realism and social constructivism without contradiction.“) setzt sie sich mit der noch andauernden Kontroverse zwischen Realismus & SozialKonstruktivismus auseinander und entwickelt ihr feministisch-theoretisches Modell des Agential Realism. Die bisher disziplinär unterschiedenen Zugänge von Epistemologie und Ontologie stellen für sie, ebenso wie Realismus & Konstruktivismus, keine prinzipiellen Gegensätze dar, sondern bilden ein Ganzes. Für Barad gibt es kulturell-diskursive UND natürlich-materielle Grundlagen wissenschaftlicher Wissensbestände.

In ihrem Text erläutert sie dies gemeinsam mit Niels Bohrs Interpretation der Quantenmechanik und seiner Philosophie-Physik und anhand von drei grundlegenden Phänomenen der Quantenphysik (Zufall, Unbestimmtheit, Beobachtungsabhängigkeit von Eigenschaften), welche sich als unvereinbar mit der klassische Physik darstellen.

Hier noch eine kleine Grafik zu Barad methodisch-ethischer Rahmenkonzeption des Agential Realism, da ich im unten eingestellten Vortrag auf diese Punkte nicht eingehe, sondern nur ihr Embodimentkonzept vor dem Hintergrund der Quantenphysik vorstelle.

Grafik Methodisch-ethischer Rahmen des Agential Realism

Grafik Methodisch-ethischer Rahmen des Agential Realism

Januar 22, 2009 Posted by | feminismus, gender studies, wissenschaft | , , , , | 2 Kommentare

Agential Realism – Embodimenttheorie III

Sooo – liebe Leute … hier also der versprochene Folienvortrag zum dienstäglich gehaltenen Referat.

Bitte vergesst beim Anschauen der Folien nicht, dass ich bei meinem Referat nur Teilaspekte des Textes von Barad für mein Seminar „Der Embodimentansatz in der Geschlechterforschung. Kritische Reflexionen und Historisierung einer emanzipativen biologischenTheorie“ herausgearbeitet habe. Ich glaube auch, dass die Folien ohne die Lektüre des Textes nur teilweise verständlich sind.

Trotzdem – laßt euch nicht die Neugier und den Spaß von meinem „Vorwort“ verderben … es ist auf jeden Fall interessant einen kleinen Blick in die Quantenphysik und deren epistemologischen Implikationen zu werfen.

Folienvortrag als pdf zum download

Januar 16, 2009 Posted by | feminismus, gender studies, Vortrag/Präsentation, wissenschaft | , , , , , , , | 2 Kommentare

Agential Realism – Realität anders denken …

mondnacht

lichte mondnacht - der welt die treue halten! (d.j.haraway)

Ich habe heute morgen in einem meiner Gender Studies-Seminare ein Referat gehalten zum Embodiment-Konzept (agential realism) von Karen Barad (Barad, Karen (1996): Meeting the universe halfway, Realism and social constructivism without contradiction. In: Lynn Hankinson Nelson & Jack Nelson (eds). Feminism, Science and the Philosophy of Science. Dordrecht, Boston, London, S.161-194.).

Ansich nichts ungewöhnliches für eine Studierende – aber – für mich schon, weil … normalerweise bin ich so ziemlich die schlechteste Referent_in, die ich so kenne. Wirr und ohne roten Faden, nervöse, zu schnelles Sprechen und der Dialekt, der zwar erheitern ist, aber leider vom Inhalt wegführt.

Und diesmal war irgendetwas passiert, ich war nicht anders als sonst und doch die „meute“ schien gespannt und gebannt … und … nach dem seminar haben sich sogar zwei meiner kommoliton_innen bei mir für den erhellenden vortrag bedankt. Ich bin immer noch etwas perplex – eine Einzigartigkeit, die hoffentlich ähnlich reproduzierbar ist, wie die lokal und temporären einzigartigen Phänomene des agential realism.
Meine Erklärung – ich hab wohl unbemerkt reden gelernt, in meiner neuen WG. Dank an dieser Stelle also an meine tollste WG ever, die soviel Geduld und Raum für meine Belange und Bedürfnisse schafft. Und auch ein riesiges Danke an Jen, die mir bzw. mit mir den Text vom Englischen ins Deutsche übersetzt und wunderbar konstruktiv diskutiert hat – das war ne wahrlich harte Arbeit!

Den übersetzten Text möchten wir natürlich auch gern anderen zur Verfügung stellen, dazu müssen aber leider noch ein paar urhebungsrechtliche Fragen geklärt werden. Dazu gibt’s hier im Blog später noch nähere Infos – aber ihr wisst erstmal, dass der Text nun auch in deutscher Fassung zumindest existiert.
Das Referat wird ebenfalls später noch hier eingestellt, denn natürlich will ich euch den Inhalt dieses Textes nicht vorenthalten. Auch der oben verlinkte Eintrag in der Wikipedia ist leider eher dürftig – also noch ein langfristigeres Projekt für’s GenderWiki.

Geduld!

Januar 13, 2009 Posted by | gender studies | , , , , | 5 Kommentare

umzug

umzugswagen tach auch …

Die letzten stunden der lückstraße sind angebrochen und morgen geht’s los. dann nämlich tue ich es meinem studiengang bzw. dem Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien und der genderbibliothek der HU gleich und ziehe um.

Ich werde mit meiner lieblingsstudent*in mari*us und dem dicken haarigen ding cArlchen wieder in den norden berlins, in den wedding ziehen.

Ich bin ein wenig traurig, weil ich meine wohnung hier in lichtenberg und auch lichtenberg ansich sehr liebgewonnen habe – weil die unannehmlichkeiten mit meiner schwester kein ende finden – und ich im sommer nicht mal ebenso zwischendurch in den treptower park fahren kann um kiloweise mein geliebtes softeis zu verspeisen *heul

Aber ich freue mich natürlich auch tierisch auf meine neue mitbewohner*in mari*x, endlich wieder wg-leben geniesen zu dürfen, mein toller ausblick mit morgensonne, die mich hoffentlich wieder öfter früher aufstehen lässt und wieder näher an einigen meiner freund_innen zu wohnen.

Ach und das zentrum samt genderbibliothek (eine der tollsten bibliotheken überhaupt) zieht in die 5.Etage am Hausvogteiplatz 5-7, in berlin-mitte. Ihr habt morgen nochmal die möglichkeit schnell alle bücher für anstehendehausarbeiten auszuleihen und dann erst ab dem 4.märz wieder – also hopp-hopp in die puschen, danach ist nämlich erstmal ein monat genderbib-abstinenz angesagt.

Januar 31, 2008 Posted by | berlin, blabla, gender studies | , , | 1 Kommentar