sAn & cArlchen

are you a BOY or a GIRL? NO!

sprache & geschlecht

Vor ner weile hab ich ja auch schon mal im anschluß an einen lustig-kreativen abend nen kleinen artikel zum thema geschrieben. und dabei konstatiert, es ist „….immer alles fein nach männlich, weiblich und sächlich eingeteilt. Es ist schwer ohne Verweis auf das Geschlecht auszukommen.“- aber schön wär’s.

In einem (äh zwei) Artikeln auf Adrian’s Blog geht auch darum und im kommentarteil gibt es einige vorschläge & ideen wie mit „gemischten! gruppen und identitäten umgegangen werden kann … einfach mal lesen =)

und sonst? … ich lese gerade: Jean Bricmont, Alan Sokal: Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften mißbrauchen … hmmm – interessant, nur auf die dauer ein bisschen langweilig.

und ich arbeite zu viel, aber nicht effizient und genug …. sonst nix =P

März 13, 2011 Posted by | feminismus, informatik | , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Von Macht, Ohnmacht … und der Liebe

jen auf sAn

Jen & sAn

Heute geht’s mal nicht um mich —- sondern um Jen und ihre Bachelorarbeit. Da gab es so einige Höhen, Tiefen und Fallstricke im Prozess der Entstehung dieser Arbeit. Die ich live miterleben durfte …. und der Höhepunkt dieses Prozesses scheint nun mit der (zwangsweisen und doch euphorischen) Veröffentlichung ihrer Bachelorarbeit:  Die (Ohn-)Macht der Übersetzung. Post-koloniales Bewusstsein in der Übersetzungsarbeit. hier auf meinem Blog erreicht zu sein scheint.

Dazu im folgenden ein kleines einführendes Interview mit Jen, um euch den Kontext dieses Beitrags etwas näher zu bringen. Los geht’s:

Wer bist du?
Mein Name ist Jen.  — Ich lebe, lerne und liebe in Berlin und befinde mich in einer dieser identitären (Dauer-)Krisen, die du, sAn, als die typische 23-Jährigen-Krise bezeichnest. Ich nenne sie lieber ‚Leben‘. Krise ist dann doch der falsche Begriff, denn es geht, glaub ich, vielen Menschen immer wieder so, die sich ver-rücken und verunsichern lassen können und wollen.
Ich habe in den letzten Jahren vor allem in Berlin eine Menge gelernt, was über meinen privilegierten Blick auf Welt als weißes1 bürgerliches (Groß-)Stadtkind aus Köln hinausgeht. Mittlerweile bin ich 23 Jahre alt und habe andere Ideen zu gesellschaftlichen Transformationen, als meine links-intellektuell-künstlerisch-feministischen Eltern (ohne meine Anerkennung für deren Kämpfe und Errungenschaften zu verleugnen, ohne die ich nicht da wäre, wo ich nun sein kann).
Der Versuch, mit mir und Gesellschaft nicht nur kritisch, sondern produktiv umzugehen gelingt mir manchmal mehr oder weniger. Ich bringe mich an verschiedenen Stellen aktiv ein und bemerke dabei immer wieder die Eingeschränktheit meines privilegierten Horizontes und die vielen „Hausaufgaben“ (ein Bild von Grada Kilomba), die ich noch zu tun habe.

Worum geht’s dir in deiner Arbeit?
Der Text, also meine Bachelorarbeit, ist ein solcher Versuch des produktiven Umgangs. Es geht um Übersetzungen von post-kolonialen Realitäten und Texten in den deutschen Kontext. Als weiße Lernende schaue ich mir die weißen symbolischen und literarischen Übersetzungen ins weiß-dominierte Deutschland an. Dabei beziehe ich mich vor allem auf Schwarze1 Wissensarchive und Wissensarchive of Color1 und versuche deren Erkenntnisse auf deutschsprachige Übersetzungen anzuwenden. Inwieweit mir das gelungen ist, was für Leerstellen und Verstecke in meiner Arbeit bestehen, erarbeite ich weiter. Die Arbeit ist und bleibt (m)ein Anfang.

Warum schreibst du zu Übersetzung?
Auf diese Frage gehe ich in der Einleitung ausführlicher ein, dennoch hier in Kurzform:
Basierend auf meinem Interesse an der Bedeutung von Sprache und Sprachen habe ich schon länger die Idee Übersetzerin zu werden. (Ich war sogar mal in Köln dafür eingeschrieben und bin jetzt über den Berliner ‚Umweg‘ sehr froh.) Der Plural meint hier nicht nur verschiedene Sprachen wie Deutsch, Indonesisch oder Englisch, sondern auch die unterschiedliche Verwendung von Sprache und die Möglichkeiten sprachlicher und damit gesellschaftlicher Transformation.
Beim Lesen von Übersetzungen post-kolonialer und feministischer Texte und dann erstmals praktisch beim eigenen Übersetzen eines Textes von Karen Barad 2 habe ich gemerkt, wie wesentlich (macht-)politisches Bewusstsein, die Auseinandersetzung mit (Sprech-)Positionen und die Bedeutung spezifischer Wissensarchive für die Übersetzungsarbeit sind.
In der Beschäftigung mit post-kolonialer Theorie und meiner weißen Position im rassistischen System hat sich mir folglich die Frage gestellt, was Übersetzen als politische Handlung in, für und gegen bestehende Machtverhältnisse bedeutet. Hinzu kommt die Kritik an der gern genutzten Metapher der Regionalwissenschaften als kulturelle/symbolische Übersetzung und die darin eingeschriebene Neutralität von dominanten Positionen und Universalität von deren machtvollen Perspektiven.
Erst nach Abschluss der Arbeit bin ich auf folgendes Zitat von Gayatri Chakravorty Spivak gestoßen, das mich in meinem Interesse an übersetzerischer Arbeit konfrontiert hat:

„Einer der Wege, die Begrenzungen der eigenen Identität zu umgehen während man erklärende Prosa produziert, ist, am Eigentum von jemand anders zu arbeiten, weil man mit einer Sprache arbeitet, die vielen anderen gehört. Dies ist letztendlich eine der Verführungen der Übersetzung. Es ist eine einfache Nachahmung der Verantwortung gegenüber der Spur des Anderen im Selbst.“ 3

In welchem Kontext hast du geschrieben?
Der Text ist als Abschlussarbeit meines Bachelor-Studiums am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der HU Berlin entstanden.
Zum Glück hatte ich mich für das Beifach Gender Studies entschieden, es hat mir geholfen kritischer auf die Welt, mich selbst und mein Studium zu schauen. Wobei das zwar ein Startpunkt, aber nicht der entscheidende Faktor für eine Auseinandersetzung mit Rassismuskritik und Post-Kolonialismus war.
Im Semester des Schreibens (SoSe 2009) besuchte ich Dr. Kilombas Seminar zu post-kolonialer Theorie und Frantz Fanons Werk „Black Skin, White Masks“ (tolle Neuübersetzung ins Englische durch Richard Philcox, 2008). Das Seminar hat mich – ebenso wie Grada Kilomba selbst – im Schreiben der Arbeit motiviert und unterstützt.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei meiner Betreuerin Dr. Grada Kilomba und meinen Freund_innen Janina, Asoka, dir – sAn, und allen weiteren Begleiter_innen bedanken. Ohne euch würde es mich, wie ich jetzt grade bin, und diese Arbeit nicht geben.

Wie siehst du deine Abschlussarbeit im Rückblick, sie ist nun fast ein halbes Jahr alt?
Es hat sich einiges getan in mir. Ich bin nicht zufrieden mit dem Text und habe ihn auch nicht publizieren wollen. Ganz grundlegende Dinge fehlen, wie Begriffsklärungen zu vielfach theoretisch diskutierten Konzepten (zB Macht, Gewalt), anderen habe ich zu viel Raum gegeben, weil sie zu dem Zeitpunkt für mich – aber eben vielleicht nicht für die Arbeit – besonders wichtig waren.
Der Text ist aber bisher nicht überarbeitet. Wenn ihr also Kritik habt, Fehler entdeckt, Unklarheiten seht, bitte kommuniziert das an mich zurück.

Warum publizierst du sie dann hier?
Weil ich unter akademischem Druck stehe. Nicht dem Druck publizieren zu müssen, um in dieser wahnsinnig hierarchischen universitären Struktur zu bestehen – vor dieser Ausbeutungs-problematik stehen viel zu viele – , sondern weil ich befürchte, dass der Text eventuell anderweitig genutzt wird und ich danach ohne meine Zustimmung mich selbst zitieren muss, wenn ich in Zukunft daran weiterarbeite – was ich vorhabe. Also veröffentliche ich hier, damit ich selbst weiter an diesem Projekt arbeiten und den bestehenden Text frei nutzen kann.
Diese Problematik spielt sich ähnlich öfters im universitären Rahmen ab, der spezifische Kontext ist jedoch besonders machtpolitisch aufgeladen. Es geht um weiße Dominanz in der akademischen Beschäftigung mit post-kolonialer Theorie und Kritischem Weißsein (Lehre, Publikationen, Reputation), die sich Schwarzes Wissen und Wissen of Color aneignet, auf dem sie ihre Wissensproduktion ja überhaupt aufbaut und davon maßgeblich profitiert. Ich empfinde das als ganz zentralen Punkt der Selbstreflektion und Aufmerksamkeit, wenn ich als Weiße mich in diesem Feld (besonders in diesem, in anderen gilt das selbstverständlich auch) bewege.

Warum hast du dich gerade für eine CC-Lizenz entschieden?
In der angedeuteten Situation musste es schnell und unkompliziert gehen. Freund_innen, die sich schon länger auch im digitalen Kontext mit Zugang zu Wissen befassen, haben mich dann auf diese Lizensform aufmerksam gemacht. CreativeCommons.org ermöglicht es, wirklich flott und einfach, ohne Verlage und ohne kommerziellen Druck, Wissen und andere Inhalte zu publizieren. Und das finde ich politisch einen guten Weg: (möglichst) frei zugängliches Wissen als ein Beitrag zu einer hierarchieärmeren Welt.
So wird das Konzept zumindest in mir bekannten Kontexten des web2.0 verwendet und ausgelegt. Die Lizenz, die ich für die Arbeit nutze, beinhaltet imgrunde jene Nutzungsbedingungen, die idealerweise im wissenschaftlichen Arbeiten angewendet werden: die Namensnennung der Urheber_in, das Verbot der Nutzung zu kommerziellen Zwecken und die Weitergabe/Weiternutzung unter denselben Bedingungen.
So bleiben die Inhalte öffentlich zugänglich und können zurückverfolgt, nicht angeeignet und/oder verkauft werden. Inwieweit das bei meiner kleinen BA-Arbeit wirklich nötig ist, ist eine andere Frage, aber ich mag das Prinzip und möchte nicht, dass die Arbeit kommerziell genutzt wird. Die Rückverfolgung an diese Stelle bedingt auch, dass Leser_innen den Kontext des Textes anschauen können, was mir besonders wichtig ist, da sie ja nur ein Anfang ist und ich weiter daran arbeiten will.

Ein Anfang von was?
Na, wie gesagt, die Arbeit war (m)ein Einstieg in kritische Auseinandersetzungen mit Machtverhältnissen – Rassismus, Sexismus und Heteronormativität in der Übersetzungsarbeit.  ‚Einstieg‘ heißt, dass ich damit grade erst angefangen habe und sicher ganz viel noch nicht sehen kann. Bestimmte Probleme werden sicher auch erst in der praktischen Umsetzung präsent.
Ich versuche in meinem weiteren Studium der Gender Studies und dann hoffentlich irgendwann auch als Übersetzerin weiter mit den (macht-)politischen Bedeutungen von Textproduktionen umzugehen. Und damit hoffentlich zu einer Transformation von und durch Übersetzungsarbeit beitragen.

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Fußnoten
1 Die Bezeichnungen Schwarz, of Color, weiß oder andere Benennungen sozialer Ungleichheitskategorien bezeichnen keine essentialistischen Attribute oder Gruppen, sondern sozial hergestellte Gewordenheiten. Mehr dazu in Eggers/Piesche/Kilomba/Arndt: Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland (2005) oder in meiner Bachelorarbeit, S.7.

2 Barad, Karen (1996): Meeting the universe halfway, Realism and social constructivism without contradiction. In: Lynn Hankinson Nelson & Jack Nelson (eds). Feminism, Science and the Philosophy of Science. Dordrecht, Boston, London, S.161-194.

3 Gayatri Ch. Spivak (1992): „The Politics of Translation“. In: Barrett, Michèle/Phillips, Anne (Hg.), Destabilizing Theory. Contemporary Feminist Debates. Stanford. S.177–200. S. 177. Zitiert in: Gutiérrez Rodríguez, Encarnación (2006): Positionalität übersetzen. Über postkoloniale Verschränkungen und transversales Verstehen. Übersetzung ins Deutsche von Hito Steyerl.

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Download: Jennifer Sophia Theodor: Die (Ohn-)Macht der Übersetzung. Post-koloniales Bewusstsein in der Übersetzungsarbeit. Berlin, 2009.

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ps: liebe lola, auch nochmal einen herzlichen dank an dich für die schnelle und kompetente beratung zu rechts- & lizenzfragen meiner ba-arbeit!!!

November 27, 2009 Posted by | feminismus, gender studies, kritik, wissenschaft | , , , , , , , , , , , , , , | 13 Kommentare

ende = anfang

queer-feministischer taschenkalender 2010

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so – ja – das jahr 2009 neigt sich dem ende … und also auch die seiten in den kalendern. wunderbar also, dass sich die Riot Skirts dieses „problems“ angenommen haben und vorrausschauend einen ersten queerfeministischen taschenkalender für 2010 entworfen und in umlauf gebracht haben.

darin zu finden sind neben den kalenderblättern direkte Aktion gegen den sexistischen und heteronormativen Alltag, Illustrationen/ Artworks, Erfahrungsberichte von direkter Aktion und einen Teil mit Vernetzungsinfos für queerfeministsche Gruppen. sehr schön auch, dass weitgehend auf sponsoring verzichtet worden ist.

ich jedenfalls hab mir schon mal ne handvoll bestellt und wollte, die die’s noch nicht wissen an dieser stelle auf darauf aufmerksam machen.

also … ihr bekommt den Kalender  für 7 euro inklusive Versand, Bart und gutem Karma unter: riot-skirts(at)gmx.de oder auf ihrer webseite.

Oktober 15, 2009 Posted by | feminismus, projekte | , , | 2 Kommentare

bundestagswahl

bundstagswahlAm Sonntag is’es soweit – ich darf wieder mal wählen gehen und damit ich nicht so planlos und über- (oder eher unter-?) fordert vor der urne stehe, wie in meiner ersten berlinwoche nach dem urlaub – oder überhaupt dem leben, habe ich mich mal vorbereitet.

Einiges muß ich aus gründen bisheriger lebens-, system- und politikerfahrung und aus zeitgründen von vornherein ausschließen. Dank geht dabei auch an lola, der (oder lieber die?) mir da einiges an arbeit abgenommen hat! Und auch der mädchenmannschaft sei gedankt, die in „Spot on woman“ die frauenpolitischen Themen der großen Parteien zusammengefaßt haben.

Der Ausgangspunkt für meine Recherchen sollte das bedingungslose Grundeinkommen sein, weil es seit geraumer Zeit mein Politikinteresse bestimmt. …

Als erstes hab ich den Wahlomat angeschmiessen, der klärt die aktuell zentralen Fragen anhand der Parteiprogramme ab – okay, danke. Die Seite von abgeordnetenwatch.de hingegen hat mir bei meiner Entscheidungsfindung wesentlich mehr geholfen. Erstens weil sie die Kandidat_innen der Parteien UND auch die parteilosen Dirketkandidat_innen zu relevanten Wahlkampffragen befragt haben und zweitens die Antworten der Kandidat_innen direkt einsehbar waren.

Da bin ich auch Herrn Boes wiederbegegnet (ich traf ihn in diversen Formen auch schon hier und da in der Stadt). Herr Boes ist parteiloser Direktkandidat für’s bedingungslose Grundeinkommen … und so denn hab ich mir mal den Herrn Boes im Web angeschaut … ja, ja und da gab’s einiges zum schauen, hören, lesen. und schon allein das gefiel mir – trotz oder gerade wegen des low-budget-wahlkampfes.

Seine Webseite ist angenehm übersichtlich und schlicht, für meine Wahrnehmung jedenfalls – barrierefrei ist sie aber bei weitem nicht – schade!

Leider fand ich auf der Webseite auch ausschließlich die männlichen Benennungen und das wo sein Team mehr Frauen als Männern aufweist (wenn ich hier mutmaßen darf *schäm) – hmmm – …die Befürworter des bgb im allgemeinen wirken doch weitgehend geschlechterblind, auch in ihren Argumentationen … nicht so schön.

Und wie sieht’s um seine Ziele aus?

  • das bedingungslose grundeinkommen (bgb)
  • vernetzung der bgb-befürworter_innen innerhalb und außerhalb des bundestags
  • kräfte & ideen zum bgb bündeln
  • gegen Überwachung & Sanktionierung insbesondere Bedürftiger
  • regelmäßige Bürgertage statt Parteitage – Offene Gespräche und  gemeinsame Willensbildung im Wahlkreis Berlin-Mitte

Ich jedenfalls bin erfreut über die Möglichkeit parteiunabhängiger Direktkandidaten und dann noch einen zum bgb!

Ach und eines noch … nachdem die Piraten bei Lola (sich selbst) als antifeministisch, nicht barrierefrei, nachhaltig blind und im genderblog als politisch naiv disqualifiziert wurden (haben) und ich im bedingungslosen grundeinkommen sowohl Bürger_innenrechte, als auch Datenschutz (2 von 3 Kernthemen der Piraten) in seinen Grundformen beachtet sehe, fällt die Wahl wohl nicht allzu schwer.

Ebenfalls interessant fand ich auch die Liste von Kandidat_innen und Parteien, welche sich bereits positiv zu bgb geäußert haben. Darin fand ich bspw. auch Herrn Lederer von der Linken (Wahlkrreis Berlin-Mitte), der ebenfalls zum dritten Kernthema der Piraten, dem Urheberrecht und den Publikationsmethoden im Wissenschaftsbereich positiv Stellung bezieht.

Ach und was ich noch gelernt hab … das bgb ist zwar kein generelles Instrument für mehr Geschlechtergerechtigkeit – gut verdienende Frauen haben dadurch voraussichtlich keine geschlechterpolitischen Verbesserungen zu erwarten, schlechtverdienende Frauen, Trans, Queers  hingegen schon. (gelernt von Susann Worschech: Soziale Sicherheit neu denken. Bedingungsloses Grundeinkommen und bedarfsorientierte Grundsicherung aus feministischer Sicht. 2008.)

Und wie’s mit Nicht-Bürger_innen aus sieht – ich hab noch nichts gelesen oder gehört – ihr?

September 25, 2009 Posted by | berlin, feminismus, mitmachen | , , , , , , | 1 Kommentar

erstaunt erfreuter zwischenruf

Folgendes las ich heute auf fembio, das blog von luise pusch: „(…) das Pronomen frau steht sogar seit 2006 im Duden (30 Jahre hat’s gebraucht!).“

und hab’s mir auch nicht nehmen lassen noch mal nachzuschauen …

online-eintrag bei duden-suche.de

online-eintrag

gut, der erläuterungstext dazu könnte emanzipativer sein … und an sich würde mich der rest auch noch interessieren … naja, aber immerhin endlich eine anerkannte legitimation durch unser pseudogesetzbuch der deutschen sprache – das sind doch mal gute nachrichten für die nächste haus-, bachalor- oder forschungsarbeit !

(ich hoffe ich bin nicht die letzte, dies mitbekommt – 2006 is ja schon ne weile her)

Juli 31, 2009 Posted by | feminismus, mitmachen | , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Transdisziplinarität

altes gender@wiki-logo

...

Unglaublich aber wahr – ich hab’s trotz anhaltender Undisziplin geschafft den Artikel „Transdisziplinarität“ im Genderwiki endlich fertigzustellen. Nicht das Undisziplin was per se schlechtes wäre, wie Hark schon sagte: „Die Undisziplinierten tendieren zu unmäßigem Verhalten , überschritten gesetzte Grenzen und stellten soziale Regeln in Frage.“ (Hark: Dissidente Partizipation, 341) – muß auch mal sein =)

So und nun möchte ich alle Leser_innen dieses Blogs einladen, den Artikel mal zu lesen und Lob, Kritik, Anmerkungen, Verständnisprobleme oder ähnliches hier, per mail oder direkt ins Genderwiki einzuarbeiten.

Ich würde mich wirklich sehr freuen, auch und gerade von (sogenannten) Nicht-Expert_innen zwecks Verständlichkeit.

Desweiteren danke ich meinen Kommoliton_innen (Jen, Danilo, Katrin) für ihre Unterstützung.

btw. der Link zur Hilfe des Genderwiki funktioniert wieder ordnungsgemäß und ist navigierbar

Februar 27, 2009 Posted by | feminismus, gender studies, mitmachen, projekte | , | 2 Kommentare

petitionsverlängerung

daumen runter

- schade -

Seit dem Wochenende gibt es beim Mitzeichnen der Petition zum Bedingungslosen Grundeinkommen immer wieder Ausfälle – die Seiten laden langen, gar nicht und vorallem konnten sich Nutzer_innen über einen längeren Zeitraum nicht anmelden, so dass ein Mitzeichnen nur eingeschränkt möglich war.

Daraufhin wandten sich ein paar Engagierte in einem offenen Brief an den Bundestag

daumen hoch für fristverlängerung

für fristverlängerung

… seit heute morgen gibt es vom Webteam den Hinweis (kann ich wegen überlastung gerade nicht laden und zitieren), dass die Petition um eine Woche verlängert wurde – findet sich im Forum, dass allerdings morgen geschlossen wird.

Also alle, die bisher beim Versuch mitzuzeichnen gescheitert sind – auf ein neues!

btw. auf gender:queer fand ich noch zwei link zu artikel die das thema aus feministischer perspektive verhandeln (selbst noch nicht gelesen & links nicht geprüft):

So – ich bin ganz zeitgemäß in eile.

… und ich sehe gerade auch heise.de hat nun auch eine meldung zu den technischen schwierigkeiten gebracht.

Nachtrag – die seiten sind im moment immer noch eine kleine katastrophe =( …trotzdem: Mitzeichner_innen: 21131

Und die Erklärung des Webteams:“

(…) wegen der technischen Schwierigkeiten, die das System am Wochenende aufzeigte, wird die Frist für die Mitzeichnungen zur Petition „Bedingungslosen Grundeinkommen“ um genau eine Woche verlängert. Damit erhalten auch diejenigen Gelegenheit die Petition mitzuzeichen, denen es aufgrund der Schwierigkeiten am Wochenende nicht gelungen ist.
Unabhängig von der Verlängerung der Mitzeichnungsmöglichkeit wird das Forum zu der Petition „Bedingungslosen Grundeinkommen“ fristgerecht am 10.02.2009 geschlossen.“

Februar 9, 2009 Posted by | berlin, feminismus, mitmachen | , , , | 5 Kommentare

(…) bedingungsloses grundeinkommen II

smile from heaven

smile from heaven

Wie Danilo bereits gestern postete sind es noch 4 Tage bis zum Ende der Mitunterzeichnung der Online-Petition zum Bedingungslosen Grundeinkommen beim Deutschen Bundestag.

Ich persönlich hab schon unterschrieben, wie im Moment 15573 andere auch.

Und wie ich gerade auf dem Genderstudiesverteiler lese:

„Sollte die Petition bis dahin über 50 000 Zeichnungen erfahren haben, wird das Thema öffentlich diskutiert und bietet uns allen die Möglichkeit, uns mit neuen sozialen und gleichberechtigten Gesellschaftsmodellen auf der Grundlage ökologischer- und Eigenverantwortlichkeit auseinander zusetzen.“ (mail von igmar, genderstudiesverteiler)

Was ist das? …. „Ein Grundeinkommen ist ein:

  • allen Menschen individuell zustehendes und garantiertes,
  • in existenzsichernder Höhe (Armut verhindernd, gesellschaftliche Teilnahme ermöglichend),
  • ohne Bedürftigkeitsprüfung (Einkommens-/Vermögensprüfung),
  • ohne Arbeitszwang und -verpflichtung bzw. Tätigkeitszwang und -verpflichtung

vom Staat ausgezahltes Grund-Einkommen. Weitere Einkommen sind anrechnungsfrei möglich. Alle genannten Kriterien kennzeichnen das Grundeinkommen als ein bedingungsloses. Es gibt schlicht und ergreifend keine Bedingung für den Bezug des Grundeinkommens.“  (Ronald Blaschke, Sprecher des Netzwerkes Grundeinkommen: Warum ein Grundeinkommen? Zwölf Argumente und eine Ergänzung. Dresden 2005 – Text)

Und ich hab unterschrieben, weil ich es für emanzipativ halte in persönlicher und queer-feministischer Hinsicht … und für den Fall der Fälle freue ich mich auf die viele (weniger stressige) Denkzeit.

Ich denke es stärkt die Position all jener, die in der deutsch-europäischen Demokratie aufgrund finanzieller Notlagen am politischen und individuellen Identitätsbildungsprozeß nicht bzw. nur eingeschränkt teilhaben können.

Sicher es wird nicht alle Probleme dieser unseren ganzen Welt lösen, aber ich halte es für einen guten Schritt in die Richtung, die ich für richtig halte – Stärkung der Stimme, der Entscheidungsfreiheit und der sozialen Sicherheit des Individuum, das Teil einer Gemeinschaft ist und so mit einer ganz anderen Verhandlungsbasis daran partizipieren und sich einbringen kann.

Wer sich vor der Mitunterzeichnung oder auch nur einfach so über das Bedingungslose Grundeinkommen informieren will, hat im Netz dazu schier unendliche Möglichkeiten …

Ich persönlich hab dies bisher auf folgenden Seiten getan:

  • ein eingängiger und überschaubarer Film von Daniel Häni & Enno Schmidt, in dem auch auf sehr einfache Weise erklärt wird, wie das Grundeinkommen finaniert werden kann:

grundeinkommen_590_b

http://www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen

  • eine kurze feministische Perspektive zum Bedingungslosen Grundeinkommen von Dr. Gabriele Winker beim Hamburger Netzwerk Grundeinkommen (ausbaufähig – mir fällt da ne ganze Menge mehr ein, was das Gundeinkommen aus queerfeministischer Perspektive bedeutet)
  • eine sehr ausführliche Materialsammlung (Presse, wissenschaftliche Arbeiten, kulturelle Beiträge) zum Bedingungslosen Grundeinkommen auf archiv-grundeinkommen.de
  • auch auf den Seiten des Deutschen Bundestags gibt es ein riesiges Forum mit Diskussionen über das Grundeinkommen.

Naja, wie gesagt die Materialien zum Bedingungslosen Grundeinkommen scheinen riesig zu sein – einfach mal surfen gehen – aber mitunterzeichnen der Petion nicht vergessen!

Februar 6, 2009 Posted by | feminismus, mitmachen, video | , , , , | 4 Kommentare

Kritik – Spendensuchmaschine AFROO

Vor ein paar tage postete mari* zu alternativen zum suchmaschinenriese google und stellte (wie auch ich vor einiger zeit) zwei konkret vor. Eine davon afroo – bei der 100% aller Einkünfte zum Bau von Schulen in Afrika verwendet werden.

Ähmm – spenden für afrika? … es handelt sich um dabei um vorerst sechs nationen auf dem kontinent, aber is ja alles das selbe, nöh!

Naja – ich bin vorallem seit der veranstaltungsreihe “EZ = EuroZentrismus?!” von commit Berlin e.V. was „spenden“ angeht etwas konkret kritischer und hab mich dann gemeinsam mit jen mal bei diesem suchmaschinen-wirtschaftswissenschaftlich-studentischen-unicef-…-projekt umgeschaut.

Wir sind uns im großen und ganzen einig … Intention: gut – leider stellen sich die intervention von und auch dieser entwicklungspolitischen arbeit eher einseitig dar und sind entsprechend eng ausgerichtet. Versteht mich nicht falsch – ich hab auch starke probleme mit fehlenden (kinder)rechten, (kinder)armut, kinderarbeit und sehe es ein, dass etwas getan werden sollte, um dem ein ende zu setzen … aber  es fehlt halt ein wichtigiger teil bei dieser arbeit – es fehlen stimmen und konzepte, die die kolonialen zusammenhänge für die notwendigkeit dieser momentanen („entwicklungs“)zusammenarbeit kontextualisieren und machtkritische, antirassistische, antihegemoniale strategien für die noch immer bestehenden unterwerfung nicht-weißer menschen unter unsere normen und werte und die resultierenden verantwortlichkeiten weißer nationen, unsere Verantwortlichkeiten ebenfalls in den blick nehmen.

Nur wenn die (unsere) koloniale geschichte machtkritisch und mit blick auf die kontinuitätslinien bis in unseren heutigen alltag bzw. die („entwicklungspolitische“) zusammenarbeit beleuchtet und reflektiert wird, ist m.E. eine erfolgreiche arbeit für die bekämpfung von unterdrückung und gewalt möglich. Ich denke, das kann vorallem auch eine chance sein, die auch uns (privilegierte weiße) betreffende zwänge und gewaltstrukturen aufzubrechen – denn auch wir stecken mittendrin im hegemonialen diskurs der unterdrückung und haben nicht nur vorteile davon.

Für einen kurzen Einblick in die kritische debatte um entwicklungspolitik hat jen den folgrnden text verfasst …

Da ist es mir mal wieder aufgestoßen: eine Suchmaschine, deren Werbeeinnahmen an das UNICEF-Projekt „Schulen für Afrika“ gehen. Die UNICEF-Werbekampagnen zum Projekt haben bereits mehrfach Schwarze Menschen in Deutschland und in Afrika herabgesetzt und beleidigt, während Unicef zugleich proklamiert, ihnen zu helfen.

http://www.afroo.de � oder: Mit „Spenden für umsonst dabei helfen Afrika langfristig weiterzuentwickeln“.

Kritik und Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Entwicklungshilfe.
(Achtung! ein etwas überspitzter Kurzabriss)

Afrika wird homogenisiert, generalisiert und sehr vereinfacht als ‚zu entwickelnd’ (also unterentwickelt) dargestellt, Entwicklung ist dabei ein linearer Prozess, in dem Weiße weiter fortgeschritten sind als Schwarze (vor allem ‚die in Afrika’).  Schwarze Kinder werden als Hilfsbedürftige konstruiert, die sich ohne die Unterstützung weißer Spender_innen und Helfer_innen nicht entwickeln/ denen ohne die Unterstützung durch weiße Entwicklungshilfe nichts beigebracht wird. Jedoch werden sie durch die globalpolitischen Machtverhältnisse eingeschränkt und nicht durch paternalistische Entwicklungszusammenarbeit ermächtigt die Welt zu verändern.

In diversen Projekten in ehemaligen Kolonien schließen sich mehr oder minder qualifizierte Weiße zusammen, um gemeinsam mit einer pseudo-gleichberechtigten Partnerorganisation etwas zur ‚Entwicklung’ beizutragen. Aus einem gut gemeinten und doch kolonialen weißen ‚Helfer_innen’-Bedürfnis entstammt die Idee, unsere Welt zu verbessern bzw. nicht unsere, sondern jene von ‚armen Schwarzen Kulleraugen-Kindern’ auf unicef-Plakaten, die zwischen Giraffen und runden Strohhütten endlich eine Schule aus Stein ‚geschenkt’ (!) bekommen, in der sie eine nach unserer (weißen) Definition richtige Schulausbildung bekommen. Nicht, dass Schulbildung nichts Gutes sei, aber dennoch stellen sich da einige Fragen:

  • Wer baut diese Schulen aus welcher Motivation heraus und mit welcher Legitimation (machtpolitischer Kontext von Geben- und Nehmenländern, die in einem ökonomischen Abhängigkeitsverhältnis zueinander stehen)?
  • Der Aufbau einer europäischen Infrastruktur war ein Teilaspekt von Kolonialismus – wie kann heute darin der Bau von Schulen als Bildungsgeberin verortet werden?
  • Wieso sind die Spendenwerbungen mit stereotypen, rassistischen Bildern in Deutschland so erfolgreich und stoßen nicht auf Widerstand der weißen Mehrheitsgesellschaft?
  • Wieso fördern die Spendeneintreiber_innen nicht ein kritisches Bewusstsein über globale Zusammenhänge? (wären sie nicht Weiße, würde ihr Verhalten vielleicht als ‚Betteln’ bezeichnet. Vgl. Arndt/Hornscheidt (Hg.): Afrika und die deutsche Sprache)?
  • Welche Machtstrukturen beinhaltet die Ideologie des bestehenden Entwicklungsparadigmas und wie spiegeln sich diese in der alltäglichen Praxis von Schulen- oder Brunnenbau, Freiwilligendiensten, Spendenwerbung, Pat_innenschaften und capacity building für good governance wieder?

All dies sind Ideen und Praxen weißer Entwicklungshelfer_innen und -politiker_innen, deren pädagogisch-therapeutische Okkupation nicht an Familien- oder Landesgrenzen halt macht, sondern da ansetzen will, wo es „wirklich dringend nötig ist“. Wer das definiert, ist ja klar. (dazu arbeitet u.a. Aretha Schwarzbach-Apithy) Und wer davon profitiert, sehen wir an der kontinuierlichen und sturen Erhaltung des kolonialen Status quo durch politischen und sozialen Machterhalt der weißen
Weltminderheit.

Nach der Disziplinierung/Zivilisierung der eigenen Gesellschaften zu willigen Arbeitssubjekten, beinhaltet die europäische/weiße Geschichte Jahrhunderte gewaltvoller Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen anderer, nicht-weißer ‚Rassen’ (dies bezeichnet eine politischen Positionen in unseren rassifizierten Gesellschaftsstrukturen). Diese weiße
Vorherrschaft hat sich mit dem offiziellen Ende des Kolonialismus keineswegs aufgelöst, sondern bestehende Koloniale Kontinuitäten werden von den Profitierenden/uns Weißen gern übersehen und verschleiert:

  • die Ausbeutung von ökologischen, sozialen und ökonomischen Ressourcen wird hinter ökonomischen Sachzwängen und Naturalisierungen versteckt (Welthandel);
  • die Fortsetzung kolonialer Okkupation (Definitionshegemonie, Wissensproduktion, Naturalisierungen) von Menschen bleibt verborgen hinter der „Notwendigkeit der Zivilisierung/Entwicklung“ kolonisierter Völker (Entwicklungsideologie);
  • die angemaßte weiße Überheblichkeit und die nicht ausreichend aufgearbeitete tiefe Verwurzelung kolonialer Rassentheorien in weißen Gesellschaften wird durch die schlichte Universalisierung und Übertragung weißer/kolonialer Normen und Werte auf den ‚Rest der Welt’* unsichtbar gemacht und tabuisiert. (*auch dies ist eine koloniale Terminologie von Zentrum und Peripherie, „Mutterland/-kontinent“ und Kolonien)

Unsere Weltordnung und die Privilegien der Deutschen Suchmaschinenbenutzer_innen basieren auf der Ausbeutung und Unterdrückung ‚Anderer’. Es ist absurd, dass nun eben diese Privilegierten sich selbst feiern, weil sie „Afrika“ Schulen ‚schenken’, nachdem und während sie die Menschen und das Land des Kontinents Afrika versklavt und ausgebeutet haben. Man könnte anstelle von (noch so alternativen) Entwicklungskonzepten und -politiken doch auch ein mal fordern, dass endlich Reparationen für Kolonialismus, Genozide und Verbrechen an der Mensch(lichk)heit gezahlt werden, wie nach jedem europäischen ‚Stammes -/Bürgerkrieg’ auch.

Eine bedeutende Schuld und Verantwortung für die heutige Lage der Welt liegt historisch bei Europa und dessen hegemonialer Kolonialpolitik. Anstatt uns mit dieser Schuld und unserer Dominanz/Privilegierung auseinanderzusetzen und jenen zuzuhören, die aus der Position der Unterdrückten ihre Unterdrücker_innen analysier(t)en, setzen wir diese Struktur fort, indem wir weiße Helfer_innen um den Globus schicken, die dort als überprivilegierte ‚Kolonisator_innen’ ihre/unsere merk(!)würdigen Sichtweisen auf die Welt ausleben können, um sich danach auf die Schultern zu klopfen, weil sie/wir mal wieder Gutes getan haben und den ‚europäischen Humanismus’ in die Welt gebracht haben …

Weitere Infos & Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit dem Thema:

Januar 22, 2009 Posted by | feminismus, kritik | , , , , , , | 5 Kommentare

Agential Realism – die dritte

Jupp – aller guten Dinge sind drei …

Gestern ist mir aufgefallen, dass es wohl einige Menschen geben dürfte die mit Agential Realism inhaltlich wenig anfangenkönnen. Hier also nochmal ein kurze Zusammenfassung für all jene, die noch nie oder wenig gehört haben über Karen Barad und ihrem Konzept des Agential Realism.

Über die Professorin Karen Barad kann ich nicht allzuviel sagen. Sie ist Theoretische Physiker_in, Philosophin und arbeitet in den Science Studies/ Femistische Studien an der  University of California, Santa Cruz, USA.

Das Konzept des Agential Realism hat mehrere Bedeutungsebenen, die sich gegenseitig bedingen – er bietet einen methodischer Rahmen, einen erkenntniskritischen & naturwissenschaftlichen Zugang zu und Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnisobjekten und Realität.

In ihrem Text („Meeting the universe halfway, realism and social constructivism without contradiction.“) setzt sie sich mit der noch andauernden Kontroverse zwischen Realismus & SozialKonstruktivismus auseinander und entwickelt ihr feministisch-theoretisches Modell des Agential Realism. Die bisher disziplinär unterschiedenen Zugänge von Epistemologie und Ontologie stellen für sie, ebenso wie Realismus & Konstruktivismus, keine prinzipiellen Gegensätze dar, sondern bilden ein Ganzes. Für Barad gibt es kulturell-diskursive UND natürlich-materielle Grundlagen wissenschaftlicher Wissensbestände.

In ihrem Text erläutert sie dies gemeinsam mit Niels Bohrs Interpretation der Quantenmechanik und seiner Philosophie-Physik und anhand von drei grundlegenden Phänomenen der Quantenphysik (Zufall, Unbestimmtheit, Beobachtungsabhängigkeit von Eigenschaften), welche sich als unvereinbar mit der klassische Physik darstellen.

Hier noch eine kleine Grafik zu Barad methodisch-ethischer Rahmenkonzeption des Agential Realism, da ich im unten eingestellten Vortrag auf diese Punkte nicht eingehe, sondern nur ihr Embodimentkonzept vor dem Hintergrund der Quantenphysik vorstelle.

Grafik Methodisch-ethischer Rahmen des Agential Realism

Grafik Methodisch-ethischer Rahmen des Agential Realism

Januar 22, 2009 Posted by | feminismus, gender studies, wissenschaft | , , , , | 2 Kommentare