sAn & cArlchen

are you a BOY or a GIRL? NO!

immer zu spät … und viel zu langsam

ich

von mir

Ja heute hat’s den gemeinen proll mal dramatischer erwischt, denn …

wieder mal hab ich es heute nicht geschafft pünktlich in der uni zu erscheinen und da die meisten dozierenden das nicht mögen, bin ich dann einfach gar nicht hingegangen. gestern übrigens auch. klüger wird mensch davon allerdings auch nicht. klüger – ja klüger wollte ich mal werden. ja, richtig vergangenheit. die vergangeheitsform hat sich seit geraumer zeit in meinen sprachgebrauch eingeschlichen, vorallem wenn ich über die uni rede. um’s kurz zu machen – ich hab einfach keinen bock mehr.

warum? weil ich nicht klüger werde. weil ich erfolglos bin. weil ich es mich anstrengt (nein, ich bin nicht faul, arbeite gern). weil ich nicht sehe wofür. weil ich nichts finde, was mich begeistert. weil sich nichts ändert. weil ich nicht mit hund willkommen bin. weil ich zuviel nicht mag. weil mich dieses system beängstigt. weil sich keine perspektiven für mich eröffnen. weil ich den eindruck nicht loswerde, dass ich dort keine zukunft haben werde.

ich bin nicht dumm, aber trotzdem erfolglos. obwohl ich viel von dem, was in der uni passiert sehr gerne mache – denken, reden, schreiben, analysieren, abwägen, vergleichen, usw. eben intellektuelle arbeit, finde ich keinen platz und wurstel nur so am rand rum.  auch die inhalte gefallen mir, egal ob gender oder mathe, teils sogar die der informatik.

so studiere ich nun schon seit über 5 jahren und hab das gefühl keinen schritt weiter zu sein. es geht eher bergab. woran das liegt, weiß ich nicht genau, aber es scheint irgendwie mit meiner identität bzw. der identifizierung mit der institution zu tun zu haben. eine identität tut sich eben nicht durch nicht-identifizierung auf.

vielleicht bin ich zu undiszipliniert, vielleicht zu unkonzentriert, vielleicht zu kompliziert …. vielleicht-vielleicht-vielleicht  … ich komm mir jedenfalls ganz normal vor, konkret genau richtig – ernst scheint mich trotzdem niemand zu nehmen …. jedenfalls bin ich genervt, desillusioniert und frustriert – blöd!

ich will mitspielen, aber irgendwie darf ich nicht und mir fällt grad nichts ein. soll ich aufhören? aber was dann? was kann ich tun?  ich dreh mich im kreis seit mehr als 20 jahren *augenverleiher* …weiß wer ne antwort?

btw. ich war dann doch noch an der uni und hab ordentlich gelernt – leider schafft das i.a. bei mir keine abhilfe bzgl. des dilemmas.

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Mai 15, 2009 - Posted by | berlin, tagesform | ,

6 Kommentare »

  1. achje, voll traurig 😦 was mir dazu einfällt ist, dass ich schon leute getroffen haben, die für sich auch feststellten, in dieses akademie-ding nicht zu passen, die dann aber so nen performance-umgang damit gefunden haben. ein augenzwinkerndes „so-tun-als-ob“, das mit dem eigenen nicht-passend fühlen umgeht. dis-identifikation vielleicht, statt identifiktion oder nicht-identifikation. aber individuell lässt sich ja auch nicht immmer alles lösen.

    Kommentar von ihdl | Mai 16, 2009

  2. hmm…. Es weckt das Bedürfnis dich unterm Pulli zu verstecken und zu sagen: Ruhe dich erst mal aus und genieße den Schutz. Aber du bist ein Frippel… Kannst nicht still sitzen, nicht still denken… Erinnerst du dich an das Angebot von Vipassana…? !! 10 Tage ohne äußere Einflüsse, ohne sprechen, ohne jemand sein zu müssen… MACHE ES !!!!

    Kommentar von any | Mai 17, 2009

  3. danke für eure anteilnahme und den performance-umgang. =) ich bereite mich einfach langsam darauf vor aus der uni auszusteigen, was schade, aber wohl unumgänglich erscheint.

    @idhl: was ist den Dis-Identifikation … bei wikipedia hab ich gefunden ….“Der Begriff Dissoziation beschreibt (…) die Unterbrechung der normalerweise integrativen Funktionen des Bewusstseins, des Gedächtnisses, der Identität oder der Wahrnehmung der Umwelt. Dissoziation im psychiatrischen und/oder psychotherapeutischen Sinne kann als ein Defekt der mentalen Integration verstanden werden, bei der eine oder mehrere Bereiche mentaler Prozesse vom Bewusstsein getrennt werden und unabhängig voneinander ablaufen (Abspaltung von Bewusstsein).“ …hmmm – eigentlich fühl ich mich ja schon ziemlich abgespalten … naja, vielleicht ich denk mal drüber nach und übe die abspaltung der abspaltung – vielleicht, so – is aba glaub ich nicht so einfach und dauert. wobei die uni die magistra’s wohl eh schon aus dem ihrigen bewußtsein gestrichen hat – von daher hab ich wohl noch ein bissi zeit. *grins*

    @ andrea: leider keine zeit. ich niemand bin ich schon *kicher* …vielleicht später, wenn se mich aus der uni geworfen haben. ich drück dir!

    Kommentar von sAn & cArlchen | Mai 18, 2009

  4. zitat: „….kann als ein Defekt der mentalen Integration verstanden werden, bei der eine oder mehrere Bereiche mentaler Prozesse vom Bewusstsein getrennt werden und unabhängig voneinander ablaufen (Abspaltung von Bewusstsein)“

    HUMBUUUG! lass dir nicht einreden dass du verrückt bist! _die_ haben in wirklichkeit nicht alle tassen im schrank!

    wie sagte schon 1stein?
    „es ist kein zeichen von gesundheit an eine kranke gesellschaft angepasst zu sein“

    hugh!

    Kommentar von flowerbrain | Mai 20, 2009

  5. haha, wie bekloppt von mir, an der stelle einfach mal so’n wort einzuwerfen. also ich meinte disidentifikation, nicht dissozialtion. disidentifikation ist so’n begriff, der in der queer theory rumschwirrt und den ich ganz spannend finde in hinblick auf den umgang mit dem ganzen ärger, dem nicht reinpassen und dem eigentlich-auch-nicht-reinpassen-wollen-aber-halt-müssen.
    josé esteban muñoz benutzt disidentifikation, „um eine arbeit zu beschreiben, welche die in der dominanten kultur materiell und psychisch verankerten plätze weder zurückweist, noch sich mit ihnen vollständig identifiziert“ – also es geht darum, einen umgang mit den bedingungen zu finden, die eine_n unterwerfen, der darin besteht, die unterwerfung weder ganz anzunehmen, noch sich ihr zu entziehen, denn letzteres würde eine_n ja auch wieder einschränken. er diskutiert das z.b in bezug auf drag, und deswegen ist mir das eingefallen.

    Kommentar von ihdl | Mai 24, 2009

  6. danke für den hinweis – josé esteban muñoz

    Kommentar von sAn & cArlchen | Juli 8, 2009


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