Agential Realism – die dritte
Jupp – aller guten Dinge sind drei …
Gestern ist mir aufgefallen, dass es wohl einige Menschen geben dürfte die mit Agential Realism inhaltlich wenig anfangenkönnen. Hier also nochmal ein kurze Zusammenfassung für all jene, die noch nie oder wenig gehört haben über Karen Barad und ihrem Konzept des Agential Realism.
Über die Professorin Karen Barad kann ich nicht allzuviel sagen. Sie ist Theoretische Physiker_in, Philosophin und arbeitet in den Science Studies/ Femistische Studien an der University of California, Santa Cruz, USA.
Das Konzept des Agential Realism hat mehrere Bedeutungsebenen, die sich gegenseitig bedingen – er bietet einen methodischer Rahmen, einen erkenntniskritischen & naturwissenschaftlichen Zugang zu und Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnisobjekten und Realität.
In ihrem Text („Meeting the universe halfway, realism and social constructivism without contradiction.“) setzt sie sich mit der noch andauernden Kontroverse zwischen Realismus & SozialKonstruktivismus auseinander und entwickelt ihr feministisch-theoretisches Modell des Agential Realism. Die bisher disziplinär unterschiedenen Zugänge von Epistemologie und Ontologie stellen für sie, ebenso wie Realismus & Konstruktivismus, keine prinzipiellen Gegensätze dar, sondern bilden ein Ganzes. Für Barad gibt es kulturell-diskursive UND natürlich-materielle Grundlagen wissenschaftlicher Wissensbestände.
In ihrem Text erläutert sie dies gemeinsam mit Niels Bohrs Interpretation der Quantenmechanik und seiner Philosophie-Physik und anhand von drei grundlegenden Phänomenen der Quantenphysik (Zufall, Unbestimmtheit, Beobachtungsabhängigkeit von Eigenschaften), welche sich als unvereinbar mit der klassische Physik darstellen.
Hier noch eine kleine Grafik zu Barad methodisch-ethischer Rahmenkonzeption des Agential Realism, da ich im unten eingestellten Vortrag auf diese Punkte nicht eingehe, sondern nur ihr Embodimentkonzept vor dem Hintergrund der Quantenphysik vorstelle.
Januar 22, 2009 Verfasst von sAn & cArlchen | feminismus, gender studies, wissenschaft | agential realism, feminismus, gender studies, karen barad, quantenphysik | 1 Kommentar
Agential Realism – Embodimenttheorie III
Sooo – liebe Leute … hier also der versprochene Folienvortrag zum dienstäglich gehaltenen Referat.
Bitte vergesst beim Anschauen der Folien nicht, dass ich bei meinem Referat nur Teilaspekte des Textes von Barad für mein Seminar „Der Embodimentansatz in der Geschlechterforschung. Kritische Reflexionen und Historisierung einer emanzipativen biologischenTheorie“ herausgearbeitet habe. Ich glaube auch, dass die Folien ohne die Lektüre des Textes nur teilweise verständlich sind.
Trotzdem – laßt euch nicht die Neugier und den Spaß von meinem „Vorwort“ verderben … es ist auf jeden Fall interessant einen kleinen Blick in die Quantenphysik und deren epistemologischen Implikationen zu werfen.
Januar 16, 2009 Verfasst von sAn & cArlchen | Vortrag/Präsentation, feminismus, gender studies, wissenschaft | agential realism, embodiment, gender, karen barad, konstruktivismus, naturwissenschaft, quantenphysik, realismus | 2 Kommentare
Agential Realism – Realität anders denken …

lichte mondnacht - der welt die treue halten! (d.j.haraway)
Ich habe heute morgen in einem meiner Gender Studies-Seminare ein Referat gehalten zum Embodiment-Konzept (agential realism) von Karen Barad (Barad, Karen (1996): Meeting the universe halfway, Realism and social constructivism without contradiction. In: Lynn Hankinson Nelson & Jack Nelson (eds). Feminism, Science and the Philosophy of Science. Dordrecht, Boston, London, S.161-194.).
Ansich nichts ungewöhnliches für eine Studierende – aber – für mich schon, weil … normalerweise bin ich so ziemlich die schlechteste Referent_in, die ich so kenne. Wirr und ohne roten Faden, nervöse, zu schnelles Sprechen und der Dialekt, der zwar erheitern ist, aber leider vom Inhalt wegführt.
Und diesmal war irgendetwas passiert, ich war nicht anders als sonst und doch die „meute“ schien gespannt und gebannt … und … nach dem seminar haben sich sogar zwei meiner kommoliton_innen bei mir für den erhellenden vortrag bedankt. Ich bin immer noch etwas perplex – eine Einzigartigkeit, die hoffentlich ähnlich reproduzierbar ist, wie die lokal und temporären einzigartigen Phänomene des agential realism.
Meine Erklärung – ich hab wohl unbemerkt reden gelernt, in meiner neuen WG. Dank an dieser Stelle also an meine tollste WG ever, die soviel Geduld und Raum für meine Belange und Bedürfnisse schafft. Und auch ein riesiges Danke an Jen, die mir bzw. mit mir den Text vom Englischen ins Deutsche übersetzt und wunderbar konstruktiv diskutiert hat – das war ne wahrlich harte Arbeit!
Den übersetzten Text möchten wir natürlich auch gern anderen zur Verfügung stellen, dazu müssen aber leider noch ein paar urhebungsrechtliche Fragen geklärt werden. Dazu gibt’s hier im Blog später noch nähere Infos – aber ihr wisst erstmal, dass der Text nun auch in deutscher Fassung zumindest existiert.
Das Referat wird ebenfalls später noch hier eingestellt, denn natürlich will ich euch den Inhalt dieses Textes nicht vorenthalten. Auch der oben verlinkte Eintrag in der Wikipedia ist leider eher dürftig – also noch ein langfristigeres Projekt für’s GenderWiki.
Geduld!
Januar 13, 2009 Verfasst von sAn & cArlchen | gender studies | agential realism, feminismus, gender studies, karen barad, quantenphysik | 5 Kommentare
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